Teilleistungen

Grobmotorik - Feinmotorik - Wahrnehmung

Um eine stabile Händigkeit und somit eine adäquate Graphomotorik erlernen zu können sind einige Teilleistungsbereiche Grundvoraussetzung und somit Vorläuferfähigkeiten.

 

Grobmotorik - beschreibt die Gesamtheit aller großen Muskelgruppen. Babys strampeln, um über ihnen hängendes Spielzeug zu erreichen oder zum Schwingen zu bringen. Hier wird bereits die Hand - Handkoordination trainiert, welche für die Entwicklung einer stabilen Händigkeit von großer Bedeutung ist, denn beide Hände müssen gleichermaßen aktiv gewesen sein. Durch Bewegungen nehmen Sie Kontakt mit der Umwelt auf. Kleine Kinder zeigen auf das, was sie haben möchten. Die Entwicklung der körperlichen Fähigkeiten ist die Basis für sprachliche und geistige Entwicklung. Bereits lange bevor ein Kind Worte oder Sätze spricht, kommuniziert es körperlich klare Botschaften. Die sinnliche Wahrnehmung über Bewegung eröffnet Kindern den Zugang zur Welt. Lernen im frühen Kindesalter ist in erster Linie Lernen über Wahrnehmung und Bewegung. Daher darf auch die Bewegung im Alltag des Kindes nicht zu kurz kommen.

Nicht unbedingt ist dafür ein Sportverein nötig, auch gemeinsames Versteckspielen im Wald, oder Fangen auf der Wiese, fördert Bewegung und Kommunikation.

 

Im Bereich der Graphomotorik benötigen wir die Grobmotorik um eine angemessene Sitzhaltung zu gewährleisten und große Bewegungen während des Schreibprozesses auszuführen.

 


Feinmotorik -  beschreibt die Gesamtheit aller kleinen Muskelgruppen. Dies sind die Bewegungsabläufe der Hand-Fingerkoordination, aber auch die der Zehen-/ Fuß- und Gesichtsmotorik. Häufig wird eine Störung der Feinmotorik an einer Mal- oder Schreibauffälligkeit, also in einer Störung der Graphomotorik, erkannt. Diese kann sich z.B. in einer verkrampften oder instabilen Stifthaltung zeigen, was bei Kindern häufig zu einem Vermeidungsverhalten, einer sogenannten "Malunlust" führen kann.  Diese Störungen werden leider häufig zu spät erkannt, erst kurz vor dem Schuleintritt oder zu Beginn der 1. Klasse. Für die Kinder ist es dann jedoch sehr schwer, sich noch eine korrekte, stabile Stifthaltung anzueignen. Sie benötigen viel Zeit zum Üben und zur Automatisierung.

 

 

 

Fähigkeiten die ein Kind benötigt, um Schreiben zu lernen :

  • Reife Asymmetrie = Seitendissoziation
  • Feinmotorik
  • Grobmotorik
  • Gute Bewegungskoordination
  • selektive Fingerbeweglichkeit
  • Wahrnehmung

 




Visuelle Wahrnehmung - die visuelle Wahrnehmung kann in verschiedene Teilleistungen aufgeteilt werden und gilt als positive Grundvoraussetzung der Grafomotorik. Die visuelle Wahrnehmung hat nichts mit der physiologischen Sehfähigkeit zu tun. Die Sehfähigkeit sollte vorher von einem Augenarzt überprüft werden. Oft kann eine Brille dem Kind das leben erleichtern.

 

Visuelle Symbolerkennung - Die Symbolerkennung ist die Fähigkeit die Bedeutung von visuellen Zeichen zu erkennen, das Symbolverständnis ist die Fähigkeit diese Symbole einem Gegenstand, einem Ort oder einer Handlung zuordnen zu können. Auch Buchstaben, oder Worte sind nichts anders als Symbole, bzw. Symbolketten, daher zeigen sich in der Schule Schwächen im Symbolverständnis darin, dass das Kind nicht in der Lage ist anhand eines Wortbildes das Zielwort schnell zu erkennen und länger Buchstabe für Buchstabe liest.

 

Visuelle Differenzierung - Die visuelle Differenzierung beschreibt die Fähigkeit Unterschiede, z.B. in Form oder Farbe zu erkennen und deren Bedeutung zu erfassen. Im Hinblick auf das Lesen und Schreiben spielt diese Fähigkeit insbesondere für die Fehlerkorrektur eine Rolle. Kinder, die Defizite in diesem Bereich haben, übersehen z. B. beim nochmaligen Durchlesen ihres Textes ihre Fehler.

 

Visuelle Figur - Grundwahrnehmung - Die visuelle Figur-Grund-Wahrnehmung beschreibt die Fähigkeit eine Figur aus einem Hintergrund herauszusuchen oder eine Figur zu ergänzen. Diese Fähigkeit wird in der Schule z.B. dazu benötigt um Zahlen, Buchstaben, Wörter oder Sätze abschreiben zu können, sowie diese in vorgegebene Linien zu schreiben.

 

Visuelle Serialität - Die visuelle Serialität beschreibt die Fähigkeit Folgen zu erkennen oder Bilder zu ordnen. Diese Fähigkeit ist unter anderem beim Erfassen und Schreiben von Bildergeschichten erforderlich. Kinder mit Defiziten in diesem Bereich, haben jedoch meist bereits Schwierigkeiten ein Wort aus Buchstaben zusammen zu setzen.






Informationen

Für individuelle Fragen stehen wir Ihnen gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. In allen Teilleistungsbereichen können bei uns standardisierte Testverfahren durchgeführt werden, um ein Defizit auszuschließen oder eine Schwierigkeit auszugleichen und ihr Kind zu fördern.