Schreibschrift und ihre Entwicklung    

       Seit dem 16. Jhd wurden die handschriftlichen Buchschriften durch den Buchdruck ersetzt. Somit wurden kaum noch handschriftliche Aufzeichnungen gemacht. Die Schrift musste nicht mehr perfektionistisch sein und die sogenannte Geschäftsschrift konnte sich entwickeln.Handschriftliche Aufzeichnungen bezogen sich von nun an nicht mehr auf Buchhandschrift oder kalligraphische Urkundenschriften, sondern wurde zur kurrenten Geschäftsschrift.

 

       Zwischen dem 19./20. Jhd kam es nochmals zu einer Entwicklung der lateinischen Schrift, denn die Schreibmaschine wurde eingeführt. Verdrängung der Geschäftsschrift und Entwicklung der Individualschrift. 

 

An die Stelle der handschriftlichen Einzelbuchstaben, trat das Typenalphabet (Schreibmaschinenschrift), somit blieb der Schreibschrift nur noch der individuelle persönliche Gebrauch.


Die Computerschrift als Schreibgerät verdrängt (weiterhin zunehmend) die Handschrift mit Ihren individuellen Zügen weitgehend aus dem Bereich der Kommunikation und der Informationsübermittlung, auch wenn in quasi nostalgischer Besinnung unter den Computerschriften Alphabete zu finden sind, die in kursiven Buchstabenformen Aufnahme finden, die handschriftliche Elemente nachahmen.Viele Handschriften sind kaum noch individualisiert und ahmen den Druck nach, diese verwenden kaum noch "Kursivität". Handschriften orientieren sich immer mehr an dem ästhetischen Vorbild der Druckschrift. Ringel, Verbindungsstriche, Schleifen, Zungen werden bei solchen Handschriften nicht mehr verwendet. Die Buchstaben stehen zudem aufrecht da. Dies beeinflusst massiv die Schreibgeschwindigkeit und den persönlichen Touch unserer Handschrift.


       Die Handschrift kann heutzutage beinahe umgangen werden, so liegt die Herausforderung dabei, der Konkurrenz der maschinell erzeugten Schrift entgegen zu wirken. Schreiber erlauben sich zunehmend eine stärkere persönliche Ausgestaltung der Schrift aufgrund der häufig nicht mehr angebundenen Buchstabenpaare eine abnehmende Schreibgeschwindigkeit kann beobachtet werden. Auch auf  die Sauberkeit des geschriebenen wird keine Rücksicht mehr genommen, da die handschriftlichen Aufschriebe meist nur noch für den persönlichen Gebrauch sind. Wenn Texte geschrieben werden, welche für dritte lesbar sein müssen, wird in der Regel auf maschinell erzeugte Schrift zurückgegriffen. Die "individuelle" Handschrift ahmt zunehmend die gedruckte Schrift nach. Anbindungen, Kringel, Zungen,... werden kaum noch gemacht.


 

 

 

 


Es wird den Schülern immer „leichter“ gemacht. Von der lateinischen Ausgangsschrift bis hin zur Grundschrift. Von angebundener Schrift zur Grundschrift, bei welcher nur noch Blockbuchstaben verbunden werden. Ist dies wirklich sinnvoll? Viele kritisierten die sogenannte angebundene Schreibschrift, da die Kinder große Schwierigkeiten haben diese zu erlernen. Daher wurde aus der lateinischen Ausgangsschrift die vereinfachte Ausgangsschrift und aus dieser die Grundschrift. Einige Experten kritisieren diese Entwicklung massiv, da die Kinder zunehmend schlechter in fein- und koordinativen Abläufen werden. Einige gehen sogar noch weiter und äußeren „der Verzicht auf angebundene Schreibschrift ist ein Verzicht auf die Entwicklung koordinativer und motorischer Entwicklung“. Auch bei der Entwicklung der individuellen Handschrift spielt die angebundene Schreibschrift eine große Rolle, denn Blockbuchstaben stellen nur das Grundgerüst dieser. 

 


·       13.1.15 Pisa Studie Seriensieger „Finnland“ ab Herbst 2016 soll die Vermittlung der Handschrift aus dem Lehrplan entfernt werden. Kinder sollen also nicht mehr so viel von Hand schreiben wie bisher. Auch die Schweiz (Einführung der „Schnürlischrift“)  und einige deutsche Bundesländer, wie Berlin, Hamburg, Thüringen und Nordrhein - Westfalen haben schon ähnliche Schritte gewagt. Das Lehren der Schreibschrift ist vom Lehrplan verschwunden und es wird nur noch die sogenannte Grundschrift erlernt. Grund hierfür, heutzutage wird kaum noch handschriftlich geschrieben. Austauschen der vereinfachten Ausgangsschrift, gegen die Grundschrift . Hintergründe der Schulpolitiker können hierbei sein: Geld Einsparungen oder Lehrer und Stunden.

Helsinki times „flüssiges Tippen auf der Tastatur, ist eine wichtige Fähigkeit“. Minna Harmanen Bildungsministerium „ es ist den Lehrern freigestellt, ob sie weiterhin das handschriftliche Schreiben, neben dem Tastatur schreiben vermitteln. Die Tastaturschrift nimmt einen immer höheren Stellenwert in unserem Alltag ein.“ „Für die im täglichen Leben benötigten Fähigkeiten, wird das Schreiben auf der Tastatur immer wichtiger.“

 


In den USA (Psychologin „Karin James“) wurde eine kleine wissenschaftliche Untersuchung bei Kindern die noch nicht lesen oder schreiben konnten durchgeführt. Die Aufgabe war: Buchstaben anhand 3 verschiedener Methoden zu reproduzieren

  

1.     Das Bild auf Papier, anhand einer gepunkteten Linie nachzeichnen

2.     Es auf einem weißen Papier freihändig ohne etwas nachzeichnen

3.     Auf einem Computer tippen

Kinder die Aufgabe 2 durchführen mussten, zeigten messbare Hirnaktivität in 3 Bereichen, die auch bei Erwachsenen aktiv sind, wenn sie handschriftlich schreiben oder lesen.

 

1.     Linke Spindelwindung (Erkennung von Gesichtern, Formen,…)

2.     Untere Stirnwindung (Für die Sprache sehr wichtig)

3.     Posteriorem parietalen Cortex (Bewegungsplanung)

Man geht davon aus, dass Kinder durch den Schreibprozess in vielen Modalitäten im Gehirn gestärkt werden. Man kann davon ausgehen, dass die gesamte kognitive Entwicklung stärker befruchtet wird als beim tippen.

Es werden nahe liegende Regionen aktiviert:

 

1.     Vorstellungskraft

2.     Rechtschreibung

3.     Kreativität

4.     Erinnerungsvermögen

 

(„Psychologen Pam. A. Müller; Daniel Oppenheimer“)  konnten nachweisen, dass Studenten besser lernen; aufnahmefähiger sind, wenn Sie handschriftliche Dokumentationen machen. 



Handwerk und Händigkeit

Im Lehrplan steht das Fach Handarbeit/Werken nur noch in 4 Bundesländern (Bayern, Mecklenburg - Vorpommern, Sachsen und Thüringen). In Waldorfschulen wird weiterhin noch großen Wert auf den Bereich Handarbeit und Werken gelegt.

 

Sehr schade finde ich, dass in den Lehrplänen immer weniger Zeit eingeräumt wird, sich mit dem Thema Handwerk auseinander zu setzen.

Das Arbeiten mit verschiedenen Materialien und der Umgang mit jenen, ist sehr gut um an seiner Feinmotorik zu arbeiten und diese zu trainieren. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sehr viele Kinder gibt die in der Feinmotorik eine Schwäche aufweisen. Dies bestätigte unter anderem eine interne Studie in einer Stuttgarter Grundschule, bei welcher 90% der Kinder Probleme mit der Stifthaltung aufwiesen. Die Grob - und Feinmotorik ist die Basis für das erlernen einer guten Grafomotorik.  

 

Es können noch weitere Fähigkeiten beim Anfertigen eines Werkgegenstandens gefördert werden, wie zum Beispiel: Ausdauer, Konzentration, Haltung, Grobmotorik, Struktur, Handlungsplanung, ...

 

Besonders wichtig ist es, damit es auch Freude bereitet und einem leicht von der Hand läuft auf eine richtige Händigkeit beim Werken zu achten. Daher empfehle ich, dass linkshändige Kinder beim Häkeln, Stricken, Nähen, .... auch mit der dominanten Hand handeln dürfen. 

 

Es gibt zahlreiche Arten des Handwerks und Techniken die problemlos mit der linken Hand ausgeführt werden können. Diese wurden im Rahmen von zertifizierten Linkshänderberaterinnen getestet.

 

Hierzu zählen:

- Makramee

- Stricken

- Häkeln

- Batik und Seidenmalerei

- Drucken

- Holz und Metallarbeiten

- Peddigrohr (Hier muss auf die Arbeitsrichtung geachtet werden)

 

Bei rechtshändigen Eltern oder rechtshändigen Therapeutinnen gibt es die Möglichkeit den Umgang und die Techniken vor dem Spiegel beizubringen.

 

Außerdem findet man zahlreiche Anleitungen zum Werken mit links, auf Youtube oder im Netz. 

 

Was ist eure Meinung zum Thema Handwerken und Handwerken mit links?